Durchgeführte Baumaßnahmen
Kurze allgemeine Situationsbeschreibung im Bergbau
In den vergangenen Jahren ging im ungarischen Bergbau eine großzügige technische Modernisierung vor sich. Im Streb kam es zum Einsatz von Schildausbau und Hochleistungs- Gewinnungsmaschinen; die Förderung ist mittels kontinuierlicher automatisierter Systeme gelöst worden. Dispatcherzentralen, welche die Produktionsleitung und Kontrolle einer ganzen Grube ermöglichen, finden einen immer breiteren Einsatz.Als Ergebnis dieser Maßnahmen hat die Abbauleistung wesentlich zugenommen. Man war deshalb bestrebt, auch ein neues Ausbauverfahren einzuführen. Ein Verfahren, das sich in das komplexe System der Streckenauffahrung gut einfügt, dessen hohe Leistung sich der Leistung der Streckenauffahrmaschinen anpasst, und auch die übrigen Forderungen dem Ausbau gegenüber voll erfüllt. Diese Ziele konnten alle mit dem SPERNO Naßbetonspritzverfahren des Streckenausbaus erreicht werden. Dieses Verfahren weicht in mancher Hinsicht von den bisher bekannten Spritzbetonverfahren ab. Die diesbezügliche Forschung ist von den zuständigen ungarischen Behörden voll unterstützt worden.
Die mechanischen Kennzahlen des Spritzbeton sind zwischen breiten Grenzen veränderbar und zwischen diesen Grenzen auch beherrschbar. Dieser Umstand gestattet eine optimale Bemessung und Verwirklichung der Abbaustruktur und zwar derart, daß sich das Verfahren und der entstandene Ausbau an die verschiedenen Eigenschaften des umgebenden Gesteins und an deren Veränderungen elastisch anpassen können. Für diese Zwecke des neuen Verfahrens sind Spezial - Gitterelemente entwickelt worden, die aus schweißbarem Stahldraht aus Plangitter mittels einer Hochleistungs - Spezialmaschine hergestellt werden. Die derart hergestellten Elemente können entweder als Flachgitter, oder nach einer nachträglichen Verformung, als Raumgitter eingesetzt werden. Diese Gitter spielen in den Abbaustrecken - zwischen den Stahlbögen oder Ankern - die Rolle einer Verschalung, wenn solche zum Einsatz kommen. Bei der Herstellung eines monolithischen Stahlbetonausbaus dagegen wirken sie als Skelett und erlauben stärkere Einbauschichten.
Die Eigenschaften des Spritzbetonverfahrens gestatten unter Anwendung der im untertägigen Bergbau geläufigen Abbaumaterialien (Stahlbögen, Firstanker, Stahlmatten, Gitter) die Verwirklichung von Ausbaukombinationen, die unter den gegebenen Umständen die größtmögliche Wirksamkeit gewähren.
Zum Aufspritzen des Betons steht eine nach dem Baukastenprinzip zusammengestellte Gerätefamilie zur Verfügung. Daraus läßt sich immer eine zweckentsprechende Produktionskette zusammenfügen. Eine breite Skala der technologischen und Ausführungsvarianten ermöglicht den Einsatz des neuen Naßspritzbetonverfahrens über die verschiedensten Aufgaben im Bergbau hinaus auch bei Betonierungsarbeiten des Hoch- und Tiefbaus, bei der Lösung von Spezialaufgaben des Ausbaus übertage, bei Rekonstruktion und Bausanierung sowie Verstärkungsmaßnahmen an Bauwerken, bei denen aufgrund ihrer neuen Nutzung eine höhere Lastaufnahme gefordert wird.Der bisherige Anwendungskreis soll nun anhand einiger, seit 1975 ausgeführten, Bauvorhaben vorgestellt werden.



Referenzen

